The Fire That Drank The Shadow – Deluxe Edition von Julia Soboleva
In The Fire That Drank The Shadow bewegt sich Julia Soboleva durch eine Bildwelt, in der Zärtlichkeit und Verfall eng beieinanderliegen. Familiäre Spuren, nationale Erinnerung und stille Nachwirkungen überlieferter Erzählungen durchziehen das Werk. Der post-sowjetische Kontext ist spürbar, ohne dass das Buch dokumentarisch wird – Soboleva setzt Bildverfahren ein, die Fragiles sichtbar machen: Unschuld neben Kontamination, Anmut neben Bedrohung.
Soboleva arbeitet mit Found Photography als Ausgangsmaterial und überarbeitet es mit Malerei und Collage. Gesichter erscheinen als Fragmente, Körper werden zu Masken. Das Repertoire der dark art – Verfremdung, Überlagerung, Dekomposition – dient hier nicht der Provokation, sondern der Präzision. Ein trockener, manchmal absurder Humor durchzieht die Bilder und hält die Stimmung in der Schwebe.
Die Deluxe Edition erweitert die Publikation gegenüber der Standardausgabe um 90 exklusive Seiten und ein Variant Cover. Wer beide Ausgaben vergleichen möchte, findet die Grundausgabe unter The Fire That Drank The Shadow. Der Gesamtumfang der Deluxe Edition beträgt 408 Seiten (318 + 90 exklusive Seiten) im Format 19 × 22 cm.
Die Materialität der Deluxe Edition ist Teil der inhaltlichen Aussage. Der Hardcover-Einband ist in Leinen gefasst und mit Heißfolien-Goldprägung versehen; ein Leseband ist beigefügt. Gedruckt wird auf Munken 150 g – ein Papier, das Farbtiefe und Oberflächenqualität der Mixed-Media-Arbeiten trägt, ohne zu dominieren. Die Produktion von The Mansion Press behandelt das Buch als Objekt, das seiner eigenen Bildsprache entspricht.
Das Buch richtet sich an Sammler*innen zeitgenössischer Illustration und experimenteller Artbooks, an Leser*innen mit Interesse an Mixed-Media-Kunst und post-sowjetischen Bildtraditionen sowie an alle, die eine Publikation suchen, die als Buchobjekt eigenständig funktioniert.
Über die Künstlerin
Julia Soboleva ist eine in Lettland geborene, in Großbritannien lebende Mixed-Media-Künstlerin. Sie arbeitet mit Found Photography als Ausgangsmaterial und überarbeitet es mit Malerei und Collage – so verschiebt sie Kontext und Stimmung, ohne eine eindeutige Handlung zu erzwingen.
In ihren Bildern tauchen Familienerinnerung und nationale Geschichte als Bruchstücke auf. Wiederkehrende Themen sind Tabu, vererbte Traumata und ein trockener, manchmal absurder Humor. 2018 schloss sie den Master in Illustration an der Manchester School of Art ab. Sie ist außerdem als Lehrende und freiberufliche Designerin tätig.